Nachruf für unseren Eddie              

2002-2020

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dies aus Mitleid mit der menschlichen Rasse geschieht; denn da wir bereits derart leiden, wenn wir einen Hund nach zehn oder zwölf Jahren verlieren. Ich habe des Öfteren darüber nachgedacht, warum Hunde ein derart kurzes Leben haben, und wie groß wäre der Schmerz, wenn sie doppelt so lange lebten?

Walter Scott

Du warst als Hund der beste Mensch,
den man zum Freund haben konnte.

Verfasser unbekannt

 

Ab dem Jahr 2005 habe ich einige Hunde als Pflegestelle für den Tierschutz betreut. So kam im Mai 2006 Eddie, ein Dackel-Mix als Gast zu uns. Er war ca 2,5 bis 3 Jahre alt nicht kastriert, kleiner als ein Dackel, schokobraunes Fell und hatte sein bisheriges Leben als polnischer Kettenhund verbracht. Er war ruhig, zurückhaltend, aufgeschlossen und ein freundlicher Charakter. Damit und mit Küsschen überzeugte er schnell unsere Tochter Sophie (damals 6 Jahre alt) und meine Freundin Angela. Obwohl diese ein absoluter Katzenfan ist!

Mein erster Hund war ein Schäferhund. Eddie als Nachfolgehund entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen. Er musste sich erst einmal an die Position des bereits vor langer Zeit verstorbenen Schäferhundes heranarbeiten.  Die Grundkommandos beherrschte er recht schnell. Auch Apportieren machte er prima. Am Fahrrad nebenher laufen klappte gut. Einige Zeit später verliebte er sich bei einer Fahrradtour in eine läufige Hündin. Einen Tag später beschloss er, die Hundedame allein zu besuchen, konnte zum Glück bald darauf wieder gefunden werden. Wir ließen ihn kurz darauf kastrieren.

Im August 2006 hatte Eddie die ganze Familie überzeugt. Wir behielten ihn, als neues oder weiteres Familienmitglied.

Die Kinder liebten es, ihn in ihren Betten schlafen zu lassen. Heimlich natürlich …..

Zu den vielen Geschichten die wir mit Eddie erleben durften, fällt uns eine immer wieder ein.

Sophie bekam zu einem Geburtstag eine große amerikanische Geburtstagstorte geschenkt. Diese war so groß, dass sie nicht in den Kühlschrank passte. Sie blieb daher auf dem Esstisch über Nacht stehen. (Ok, mein Fehler!) Das wiederum nutzte Eddie aus. Er muss wohl vom Stand aus auf den Stuhl und dann auf den Esstisch gesprungen sein, fraß jedoch nur eine ganz kleine Ecke vom Kuchen. Die farbigen Buttercremespuren überführten ihn am nächsten Morgen. Er machte sich ganz flach in seinem Körbchen und wollte übersehen werden. Freute sich jemand zu sehen, hatte aber auch ein sehr, sehr schlechtes Gewissen.  Sein ganzes Schnütchen war voller Buttercreme. Sein Stuhlgang die nächsten Tage entsprechend rosa und hellblau.

Als ich mich im März 2007 entschloss, gewerbsmäßig eine Tierpension zu eröffnen, änderte sich auch für Eddie einiges. Bis dahin genoss er die ruhige Familienatmosphäre. Nun kamen täglich Hunde zu uns. Die meisten Hunde respektierten ihn, wer das nicht tat, durfte oder wurde nicht in der Tierpension aufgenommen. Hier hatte er schließlich Mitspracherecht!

Es entwickelten sich viele schöne Hundefreundschaften. Vielen ängstlichen oder älteren Hunden sprach Eddie „Mut“ zu. Sie kamen daraufhin gerne über Jahre in unsere Pension.

Fuhren wir in den Urlaub, erholte sich Eddie im Luftkurort Götzenhain bei meiner Mutter von dem ganzen Hundestress.

Mit den Jahren wurde er immer souveräner. Er ließ selten den Chef raushängen, war aber der Chef. Oscar, Zara, Ginto, Hachi  und Jax können das heute noch bestätigen. Bei Hunde-Unstimmigkeiten ging er oft schlichtend dazwischen und sorgte für Ruhe. Eddie hatte auch beim Gassigehen und in der Nachbarschaft viele Hundefreunde. Er war stets willkommen.

Mit dem Alter kamen auch die Zipperlein, 2018 trübten seine Augen immer mehr ein und sein Gehör ließ nach. Mit Globulis und Enzymen hat er die letzten 2 Jahre prima verbracht. Seinen 17. Geburtstag haben wir mit seinen Hundekumpels noch gefeiert.

Im Januar 2020 erkrankte Eddie schwer, ließ sich kaum etwas anmerken, wollte immer gefallen, nahm ab und hatte am Ende starke Schmerzen. Am 01.02.2020 mussten wir unseren geliebten Edderich,oder auch Lumlum genannt, aufgrund chronischer und somit tödlich verlaufender Niereninsuffizienz einschläfern lassen.

Viele seiner „best buddies“ waren die letzten Tage bei ihm. Haben es auch schon gespürt, wie krank er war, und sich von ihm verabschiedet. Ebenso ihre Besitzer. Nach seinem Tod trauerten die Tageshunde über Tage, einige sogar Wochen.

 

Sein Körbchen steht noch an seinem Platz, auch seine Leine hängt noch dort. Wir vermissen ihn sehr! Wir danken allen Hundefreunden, für die tröstenden Worte und Umarmungen.

 

Nachts im Traum bist du wieder bei mir,
mit deiner Wärme, deinem Schwanzwedeln und Deiner Freude
und ich weiß, du hast mich nicht verlassen,
du wirst immer bei mir sein.

Verfasser unbekannt

 

Isabelle, Ralf, Trevor und Sophie                                          April 2020